Allgemeines zur Tanzkunst

Einleitend in die Thematik der Tanzkunst sei vorweg gesagt, dass sich der Terminus „Tanz“ vom italienischen „danza“ ableitet. Der ursprüngliche althochdeutsche Begriff dafür lautete „laikan / laikin“. Der Tanz bezeichnet genau genommen auf den Takt der jeweiligen Musik abgestimmte und ausgeführte Körperbewegungen. Darüber hinaus wird das Tanzen auch als Ritual, Brauchtum, darstellende Kunstgattung sowie ebenso als Berufstätigkeit bzw. Sportart oder Therapieform angesehen. Bereits hierbei ist klar zu erkennen, dass sich der Tanz durch seine unterschiedlichen Facetten auszeichnet und sich dadurch in vielseitiger Art und Weise „genießen“ und ausüben  lässt. Folglich hat das Tanzen im Rahmen der Gesellschaft eine Reihe verschiedener Funktionen inne, kann jedoch auch Selbstzweck oder eine zeitvertreibende Aktivität angesehen werden.

Oft ist auch die Rede vom sogenannten „ritualisierten Tanzen“. Diese Tanzkunst zeichnet sich durch eine intensive Zusammengehörigkeit und sexuelle Emotionen aus. Darüber hinaus gelingt es dem ritualisierten Tanzen als festlicher Initiationsritus auf eine ganz besondere Art und Weise, die Aufnahme und Integration von neuen Mitgliedern in eine Gemeinschaft zu unterstützen und zielorientiert zu begleiten. Dies betrifft vor allem junge Mädchen, die im Rahmen ihres Debütantinnenballs der Gesellschaft vorgestellt werden oder Schüler, die bei ihrem Abschluss- bzw. Maturaball ihre bestandene Matura feiern.

Ebenso zeichnen sich Tanzrituale im Rahmen eines religiösen Aspekts von großer Wichtigkeit aus. Vor einem religiösen Hintergrund ist es üblich, mithilfe spezieller und bedeutender Tanzrituale Götter zu ehren und diese in besonderen Situationen um Beistand zu beten. Böse Geister und Dämonen hingegen sollen mit spezifischen Tanzritualen wiederum abgewehrt und vertrieben werden.

Betrachtet man das Tanzen als Freizeitaktivität oder als Berufstätigkeit, so sei darauf verwiesen, dass der Tanz allgemein als Sport der körperlichen Anstrengung und Ertüchtigung dient. Darüber hinaus trägt das Tanzen zur Förderung von Muskelaufbau, Motorik, Gleichgewichtssinn und Koordination bei. Im Rahmen der Tanzkunst ist es genau genommen erforderlich, komplexe Bewegungsabläufe, also sogenannte Choreographien, zu planen, zu erlenen und umzusetzen. Dies bildet bei den Tänzern und Tänzerinnen Selbstvertrauen und unterstützt zudem ein äußerst gesundes Verhältnis bzw. eine adäquate „Beziehung“ zum eigenen Körper. Der Turniertanz bietet Tänzern und Tänzerinnen die Möglichkeit, ihre Talente, Tanzkünste und allgemein tänzerische Überlegenheit gegenüber anderen unter Beweis zu stellen. In dieser Hinsicht wird es vielen Tänzern und Tänzerinnen gelingen, ihren persönlichen Ehrgeiz noch weiter zu fördern.

Die Tanzkunst findet auch als sogenannte Kunstform weit verbreitete Anwendung. In diesem Sinne dient das Tanzen dazu, persönliche Gefühle und Handlungen bildlich zu repräsentieren. Die Mimik, Gestik sowie die körperlichen Tanzbewegungen und einzelnen Tanzschritte müssen im Rahmen des Tanzes als Kunstform zusammen mit der Musik eine in sich stimmige Einheit bilden. Nur so kann diese Einheit als anspruchsvolles Arbeitsmaterial der künstlerischen Tanzkunst, das darin besteht, den Zuschauern die Eleganz, die Vielseitigkeit sowie die Ausdruckskraft menschlicher Tanzbewegungen zu präsentieren, glänzen und „in Erscheinung treten“.